Warum Storytelling gescheitert ist.

Storytelling, Florytelling, Content is King, Kontext is King, Content Marketing. Absolut aktuell und doch sind dies Ideen und Praxis von Gestern. In der Szene gehyped, aber vor allem in der Industrie und dem gesamten B2B Sektor nicht angekommen oder die Befürworter kämpfen bereits täglich um das Überleben von kulturbezogenen Inhalten.

Warum können Unternehmen kein „was auch immer telling“?
Erstens. Weil Unternehmen keine Geschichtenerzähler sind und sein wollen. Sie wollen faktisch, prozessbezogen handeln und eine Offerte abgeben. Denn ein Interessent, der mit einem Preis ausgestattet wurde, ist eine „Opinion“. Und die zählt nach dem Abschluss und der »Lead« Generierung zum wichtigsten Erfolgsfaktor. Wie ein Assist im Fußball.

Ein Lead ist wie ein Assist im Fussball.

Zweitens. Die Erzählung einer Geschichte, die den Kontext der Marken- und Produktwelt aufnimmt ist, so gut ich es persönlich auch finde, zu stark um die Ecke gedacht. Es braucht Zeit und Kulturgefühl. Und Zeit haben Unternehmen die in Quartalen denken und lenken selten. Kulturgefühl ist meist Geschäftsführungsbezogen und wird selten oder nur oberflächlich in Unternehmen gelebt.

Wenn nach einem halben Jahr nichts passiert ist, stehen die Segel auf Gegenwind.

Drittens. Unternehmen sind kritisch bei Langzeitstrategien. Jedes Unternehmen denkt in konkreten Forecasts von einem bis maximal zwei Jahren. Cocpits von bis zu 5 und 10 Jahren sind zwar üblich, aber jeder Manager weiss, das es sich hierbei um Glaskugellesen und langfirstige Zielsetzungen handelt, die nur eingeleitet werden wenn definierte Punkte in kurz- mittelfristigen Strategien realisiert wurden.
Wenn wir nun über Reputationsentwicklung sprechen, die länger als ein halbes Jahr dauert, dann übersteigt dies oft bereits die anvisierten realen Forecasts und somit die gesamte Realität von Unternehmen. Für die heißt es dann abwarten und zuschauen. Wenn dann nach einem halben Jahr nichts passiert ist, und das würde ich mal behaupten, stehen die Segel auf Gegenwind.

Alle Aktivitäten die dem EBIT nichts beizutragen haben, zählen zu einer amporphen Masse, die unberechnet durch das Unternehmens-Universum kreisen.

Viertens. Unternehmen und ihre Manager arbeiten fürsorglich für die Wertschöpfungskette. Also messbare Ziele von denen man abbeißen kann. Alle Aktivitäten die dem EBIT nichts beizutragen haben, zählen zu einer amporphen Masse die unberechnet durch das Unternehmens-Universum kreisen.

Fünftens. In einem Quartal ist keine Reputation aufgebaut. Auch nicht in Zwei. Hierfür sind Jahre notwendig. Die Inhalte und die zielgerichtete Konsequenz die in einem Zeitraum von 2 Jahren für eine Prägung der Reputation benötigt wird, steht auf höherer Ebene als auf den verkaufsbasierten Entscheidungen oder auf Storytelling. Das ist Marke – das braucht Design Thinking.

Design Thinking muss in der Markenphilosophie eines Unternehmens verankert werden. Der CI.

Design Thinking ist nicht gleich Kommunikationsstrategie oder Marke. 
Wenn wir über Kommunikationsstrategien nachdenken, müssen Unternehmen unterscheiden zwischen verkaufsbasierten Kommunikationsstrategien und reputationsbasierten Kommunikationsstrategien. Oft werde ich danach gefragt ob man nun auch in Facebook aktiv sein muss. Die Antwort bleibt immer die gleiche: Was sind die im Markenkontext bezogenen Ziele und wo kann man sie am besten erreichen?
Die Fragestellung muss deswegen zunächst lauten: Was möchte ich sein (darstellen) und mit welcher Haltung kann ich das erreichen? Frage nach Positionierung, Markenkernen, Werten und Emotionen – Dann erst kommt die Frage nach den Inhalten und natürlich den passenden Kanälen.

Design Thinking sollte deshalb mit in der Markenphilosophie eines Unternehmens verankert werden. DT ist dabei eine Methodik zur allgemeinen Verankerung und Forcierung von (Unternehmens-) Haltung und Charakter. Wenn sich DT in der Führungsebene verankert, werden Unternehmen automatisch zu besseren Geschichtenerzählern! Dann klappt es auch mit der Unternehmenskultur.

Lesen Sie das nächste mal: Wie Politiker zu Marken werden.

 

 

Markendehnung – Der langsame Tod einer Marke

Eine klasse Idee? Socken aus dem Hause Apple? Nürnberger Würstchen aus dem Portfolio von BMW? Müllsäcke von Dior? Neee! Oder?

Wer eine erfolgreiche Dachmarke hat, kann darunter noch lange nicht alles verkaufen was Geld bringt! Auch wenn der Markenname bereits eingeführt ist, das Vertrauen der Konsumenten vorhanden ist und die Kanäle und Strukturen geebnet wurden oder man gerade mit einer Marke beginnt. Mit den Produkten eines Unternehmens sind Image und Werte für EINE Zielgruppe fest verankert. Wer das nicht wahrnimmt, kreativ sein möchte  – setzt die Marke aufs Spiel und rammt erste Wunden in das Herz der Marke.

Der amporphe Begriff „Markedehnung“ beschreibt letztendlich die Bemühung eines Unternehmens mehrere Produkte unter einen Deckmantel zu stecken. Ein Dach, deren Zielgruppen oder Interessensmillieus nicht homogen sind. Auf Deutsch: Markendehnung ist wie Regen und Sonne. Immer zu Heiß für die einen, immer zu nass für die Anderen.

Oben anfänglich genannte Beispiele grenzen natürlich an Nonsens. Doch findige Manager haben oft ein feines Gespür dafür, solche Grenzen kreativ zu überschreiten. Das beginnt meistens in der Kommunikation und Werbung („Machen wir doch ein Cover mit süßen Tieren vorne drauf“) und endet bei kontraproduktiven Ideen für die eigenen Produkte und der Marke. („Wäre rosa nicht eine tolle Farbe für die Zerspanungsmaschine? Meine Frau mag rosa! Und unser Unternehmensblau ist soooooo langweilig“)

„Herr Götzenbrugger, jetzt nehmen Sie doch mal den Stock aus….“ Hörte ich bereits, als ich versuchte vor schlimmen Folgen zu warnen.

Die Grenze zwischen Irrsinn und strategischen Benefit sind hier tatsächlich fließend – oft unsichtbar und letztendlich Straffrei für den Manager. Aber die Gesundheit der Marke? Schleichend und über Jahre kann so die Markenkommunikation verwaschen, aufgeweicht und für den Konsumenten nicht mehr glaubhaft dargestellt werden.

Passt etwa ein Roller in das Angebot einer US-Amerikanischen Traditionsmarke für lautstarke Motorräder? Kann ein traditioneller deutscher Fleischwursthersteller plötzlich Veggi-Wurst anbieten? Gehen Fast Food und Low Food unter einem Goldenen M zusammen? Darf eine deutsche Automarke eine zweite Billigmarke unter ihrem Stern bringen?

Alles naheliegende Produkte, die scheinbar im Kontext der jeweiligen Marke sind. Essen zu Essen, Auto zu Auto. Alles Beispiele aus der Realität, Alles Beispiele die wir kennen. Es gibt davon noch sehr viel mehr Beispiele. Und sehr viele davon scheitern. Dann heißt es: „Das haben wir schon alle probiert: GEHT NICHT.“ Doch warum genau gelingen Markendehnungen so selten? Gefährden die Dachmarke und ruinieren deren Ruf, leiten letztendlich die aktive Sterbehilfe ein?

Das Markenimage ist mit einem Gefühl für ein Produkt oder eine Leistung verbunden. Dieses Gefühl für die Marke und das Produkt wird auch als Fremdbild beschrieben. Innerhalb dieses Fremdbildes stehen Werte, Emotionen, Leistungen und ein Versprechen die den Wert der Marke bilden. Wird einer dieser Faktoren gestört oder geändert, bei gleichem Produktportfolio so wird der Konsument verunsichert. Oder bleiben die Werte gleich und das Produktportfolio ändert sich – auch hier entstehen Fragen, die sich der Konsument besser nicht stellen sollte.

Eines meiner Lieblingsbeispiele ist die Marke Harley Davidson. Im Jahre 1950 haben die Amerikanischen Hardliner, deren Motorräder für den amerikanischen Traum stehen, dessen Image fest Verbunden ist, mit dem lauten Blubbern der Auspuffanlage und einher geht mit dem Bild von bärtigen Rockern in Kutten – genau diese Heros der Totenkopfzielgruppe haben es gewagt, einen Motorroller für junge Damen auf den US-Markt zu rollen. Den Italienischen Vespas sollte hier Konkurrenz mit dem amerikanischen Way of life gemacht werden. Nur ein paar Jahre nach der Markteinführung wurde der Harley Davidson „Topper“ natürlich wieder vom Markt genommen mit der Erkenntnis, das atypische Produkte die hart erarbeitete Käuferschicht und diejenigen die sich extrem mit der Marke identifizieren zurückgestoßen fühlen und man damit die Marke verwässert: „Because Brand-loyal customers do not feel attracted to the extendet products, these consumers may change their purchasing pattern.“

Eine wichtige Warnung für Markendehnung ist in diesem Kontext auch: Man darf nicht zu gierig sein. Und Gier ist nicht umsonst eines der sieben Hauptlaster des Menschen. „Ihr könnt sicher sein, dass kein unzüchtiger, unreiner oder habgieriger Mensch je das Reich Christi und Gottes miterben wird.“ Nun gut. Ich möchte hier nicht Christlich oder polemisch werden. Aber Habgier wird von der Rechtswissenschaft als „rücksichtsloses Streben nach Gewinn um jeden Preis“ definiert. Sie gehört zum subjektiven Tatbestand (Mordmerkmal der ersten Gruppe). Und hier sind wir am Punkt angelangt. Dieses Streben „Mehr“ führt schnell zum Tod der Marke. Letztendlich kann man auch, wenn man polemisch wäre, vom Mord an der Marke sprechen.

Der Konsument denkt in Schubladen. Der Konsument wohnt in Schubladen. Wird nun etwas in seine Schublade geworfen, was hier nicht herein gehört und er das Gefühl hat das man nach ihm ködert, verliert er das Vertrauen. Folgende Manifeste sollte man also Beachten:

Manifest Nr. 1: Das neue Produkt muss unbedingt mit dem Image der Dachmarke harmoniesieren und gleiche Wiedererkennungsmerkmale aufweisen.
Manifest Nr. 2: Das neue Produkt muss die gleiche Zielgruppe ansprechen wie die Dachmarke.
Manifest Nr. 3: Je profilierter die Marke bereits ist, desto innovativer muss das neue Produkt sein.
Manifest Nr. 4: Eine Markendehnung muss strategisch und konsequent ablaufen.
Mainifest Nr. 5: Einzig sehr starke Marken überleben Markendehnungen.

Ob nun Würstchen von BMW oder Mülltüten von Dior. Im Grunde kann man die Frage nach einer berechtigten Markendehnung einfach beantworten: Bereichert ein neues Produkt unsere Marke oder soll unsere Marke von einem Produkt zähren. Wer ersteres mit Ja beantworten kann, dazu die Manifeste einhält, hat schon die halbe Miete für eine sensible Markendehnung.

Viel Glück.

Trend Scouting Paris. 2015/2016.

Kurz vor Weihnachten. Wieder Paris. Ich scoute kurz vor dem Jahreswechsel nach Trends in Europas Hotspot für Mode, Farben und Kulinarik. Ich beobachte Strömungen und Technik Features. City Design, Shops, Internet of Things und dem Angebot rund um die Themen „Interaktion“ von Mensch Raum und Stadt. Drei Wochen nach den Anschlägen. Ich trotze dem Kriegsbild an den Hauptattraktivitäten und begebe mich in die moslemisch angehauchten Viertel.

»Auf der Suche nach den nächsten Trends. Die findet man vor allem Abseits der Champs-elysees.«

Anfang des Jahres London, jetzt Paris. Was für ein Vergleich. Ich habe wieder einmal festgestellt das Paris und London einen unterschiedliche Trend- und Kreativ-Reiz verfolgen. Während die Franzosen weiterhin selbst in den heruntergekommenen Ecken kaum zerfledderte Kleidung tragen, so ist London einfach viel mehr »Dirty« und »Fancy«. Die Franzosen sind und bleiben letztlich ein »feineres« Volk. Beim Essen fällt dies besonders auf. Trotzdem schleicht auch in Frankreich ein Revolutions-Gefühl durch die Gassen. Die jungen Wilden sind hungrig.

»London ist einfach viel mehr Dirty und Fancy«

Die Frage nach Trends und mein Weg startet mit der Frage nach den Lokalitäten. Die berühmteste Straße in Paris bietet sehr viel für das Auge. Man Sieht hier den „heißen Scheiß“ aktueller Shopgestaltung und etliche Technik Gadgets, die die Flagship-Stores einsetzen um die Menschen in die Läden zu ziehen. Zwar auch sehr inspirativ, aber es zeigt nicht die kommenden Strömungen und Trends. Hier ist man angekommen im Top des aktuellen Massenhirnes. Um kommende Strömungen zu sehen und zu fühlen, bewege ich mich eher um den Citykern mit einem gewissen Abstand zu den Sehenswürdigkeiten und den Hot-Spots.
Wo? Das bleibt natürlich ein wenig mein Geheimnis. Dennoch kann man sicherlich das ein oder andere aus dem Artikel herauslesen.

  • Megatrend DIY
    Wie in London als auch in Paris ist der Maker-Trend allgegenwärtig. Mehr als eine reine Hobby- und Bastler Bewegung ist sie ein Zeichen für eine neue soziale Bewegung. Meiner persönlichen Ansicht nach sind dies Ursprung und erste konkrete Anzeichen für das, was wir in Zukunft Homefabrikation nennen werden. Einzelprodukte, Start-Up Ideen, die zwar eine professionelle Anmutung haben, jedoch in rudimentärem Ambiente angeboten werden.
    Hier findet man »Pop Up Stores« vor Leerstand. Community Stores mit 20-30 Jungdesignern sind dabei keine Seltenheit. Meistens improvisiert, bunt und ein wenig chaotisch – wenn nicht wie am Vorplatz des Gare St. Lazare gleich 20 Cubes für Gründer organisiert aufgebaut werden. In den Seitengässchen finden sich immer wieder Microshops mit diesem oder ähnlichem Konzept.

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    Pop Up Cubes am Gare St. Lazare

    Gerade in dem Stadtbezirk rund um den Montmartre finden sich viele junge Geschäftskonzepte. Diese Läden der experimentellen Küche, Lithografie Stores oder andere mit Artisan betitelten Stores müssen jedoch gesucht werden. Denn eines eint alle Konezpte. Sie verabscheuen den Mainstream. Sie sind eher bestandteil eines Stadtteiles und Zielen auf die Kreativlandschaft um sich herum. Sie wollen sich bewusst als Underdog darstellen und sympathisieren mit den „schmutzigen“ und „rauen“ Vierteln – beginnend in der Nähe des Rotlichtbezirkes Pigalle unterhalb des Montmartre und weiter Richtung Saint Ouen, Aubervillies und Saint Denis. Das ganze wirkt jedoch wie ein Spiel. Man bleibt auf der vermeintlich sicheren Seite. Noch vor der ‚périphérique‘, der großen Stadtautobahn, die auch eine Trennlinie zwischen dem schmucken Paris und den Problemvierteln darstellt – In die sich nicht einmal die Polizei traut. Nur Samstags und Sonntags füllen sich diese Gegenden mit Marktständen und bunten Gewändern. Sprachen aus aller Welt treffen dort aufeinander, beide Seiten handeln, lachen und kreieren eine magische Atmosphäre. Dann am Abend geht jeder zu seinem eigenen Schicksal zurück: Getrennt durch eine Autobahn. Auf der sauberen Seite spielt man dann »Bad Guy« – mit Krönchen.

»Nomos. Bestes  mit „I don´t give a Fuck“ Attitüde.«

  • Ein Beispiel für das Grenzspiel. Für diese soziale Bewegung ist das Nomos ein Paradebeispiel. Das neue Restaurant des Enfant Terrible „Guillaume Sanchez„.
    Angeblich verkörpert er das Beste, was Frankreichs Nachtisch-Kochkunst derzeit zu bieten hat. (Kurzfilm zum Chefkoch).
    Mit dem Gesamtkonzept Nomos gibt es jedoch nicht nur Süßes sondern Mächtiges. Ein vollwertiges Restaurant mit 5 oder 9 Gängen, die Improvisation und Hochkultur vereinen. Man fühlt hier die Bewegung einer neuen Generation sehr konkret. Kaum ein Logo an der Tür, keine Speisekarte, versteckt im Schatten des Sacré Coeur de Montmartre, die Aussicht geprägt von besprühten Baustellenzäunen, die Kellnerin flächig tätowiert, die Einrichtung spartanisch, die Wände zerschlagen. Doch gekocht wird auf höchstem Niveau. Auf allerhöchstem. Schwarz gekachelt, die Köche kochen fast im Restaurant – näher geht es kaum. Einblicke auf Instagram. 
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Blick ins Nomos. Theke aus OSB Platten. Eames Chairs. Spitzenköche.

 

  • Mit Gegensätzen dramatisieren: Black and White
    Anhaltend bleibt der Trend der starken Kontraste wie z.B.: „Schwarz – Weiss“. Der Widerspruch zur Reduktion des SW Kontrastes: Zusätzlich finden sich an allem Ecken und Kanten spielerische Elemente. Schluss mit den überklaren und reduzierten Formen. Her mit feinen, raffinierten flat Logos, Klare aber detailverliebte Typografie oder Stilelemente setzen interessante Töne in der Darstellung. 

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    La Plank, Fahion-Shop, St. Ouen

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    Weinbar im L’atelier Ramey.

  • Used Look wird »Dirty Nature Touch«
    Ich musste überlegen ob ich es »Nature Fashion« oder »Dirty Touch« nenne. Irgendwie ist es beides. Besticht aber stark durch Improvisation und oftmals auch durch Provokation. Bedient sich sehr oft natürlicher oder einfach zu beschaffender Materialien und übertreibt die Improvisation durch Betonung. Zerbrochenes Mauerwerk, kaputter Fußboden, einfachste Theken und Präsentationstische, altes Holz, Sprühtypografie, alte Fließen, alte Türen, alte Wände. Viel Kratzer und Dynamik.
    »Used Gold«, Dunkles Holz, Schwarzer Stahl – Dunkle Räume. Dazwischen grelle herausstechende Farben als Akzentuierung.
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    Keine Frittenbude. Gourmet-Stop für „Deutschlandgewöhnte“.

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    Nicht verschandelt. Nobel Coctail und Tanzbar.

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    Selbst gemalt? Auf alle Fälle wird dort selbst gekocht. Top Küche im Problembezirk.

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    Selbst genagelt? Klar. Hier wird alles selbst gemacht.

  • Dirty Nature Touch featuring Bunter Hund
    Used Natur oder wie vorhin benannt »Dirty Nature Touch« ist sicherlich ein aktueller oder kommender Schrei. Selbst dort, wo man sich zunächst Natur noch nicht einmal vorstellen kann. Die Flucht vor kühlem Edelstahl sollte langsam jeder bemerkt haben. Aber man bleibt nicht alleine im Braun und Ocker Farbspektrum, man bedient sich wieder Farbe. Und zwar nicht zu knapp.
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Frisches Artwork

 

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Blumenladen. Verständliche Visualitäten hierfür.

 

 

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Sehr aktiv wirkender Gemüseladen.

 

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Metzgerei? Ja. Metzgerei. Ohne Edelstahl. Ohne Kühl.

 

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Kommender Tapetentrend. Kein Witz.

 

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Nein. Keine Stoffe. Tapeten! Bald auch bei Dir?

Nature vs. Web 4.0?
Vor allem der Mainstream, Museen und Hot-Spots sind mittlerweile geprägt sind von sehr vielen Webanwendungen, Nearfield Communication, etc. In den von mir oben aufgeführten Gegenden ist dies jedoch Mangelware. Sozusagen nicht vorhanden. Keine Apps, keine Location Based Services oder sonstige High End features. Oft ein kleiner Hinweis des Facebook Accounts oder der Link zur Homepage. Genutzt werden sichtlich die Leihfahrräder, die Leih-Elektrofahrzeuge. Hier agiert man mit Apps zur Buchung und Freischaltung. QR Codes sind Mangelware. bzw. mir nicht aufgefallen. Die Metro ist immer noch in klassischer Papier-Ticket-Hand. Die, die nicht zahlen wollen, springen immer noch über die Absperrungen, auch wenn die ein Stück in die Höhe gewachsen sind. Man springt halt höher.

 

 

Männer die auf Uhren starren. Zeit für die Apple I-Watch – Zeit für ein Fazit. 

Kein Tick Tack. Nur ein Tag Batterie. Ein knubbeliger Quader. Sie ist unstrittig umstritten. Sie wird geliebt, gehasst, verpönt oder belächelt. Die Uhr aus dem Apfelkonzern kämpft um die Gunst der Konsumenten. Mit Apps, Formalästhetik und mit scheinbarer Qualität. Als Dipl. Designer, Produktarchitekt, Markenpilot und Uhrenliebhaber bin ich kritisch, als Apple-Freund noch kritischer. Ich selbst habe wohl mindestens die gleichen Ansprüche an das Produkt, wie der Konzern selbst. Und es war ein Geschenk meiner Frau – schon deshalb durfte die Uhr auf keinen Fall enttäuschen. Nun, ein halbes Jahr später komme ich zu einem Fazit meiner Apple I-watch.

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Argument 01.
Die Apple Watch ist zu teuer!
Das lese ich sehr oft und ist das meist gehörte Fazit aus meiner persönlichen Umgebung. Mein Modell hat mit Versicherung 450 Euro gekostet. Nicht wenig Geld. Na gut- es war ein Geschenk. Aber was habe ich dafür bekommen? Zunächst eine tolle Verpackung, die ich nicht wegschmeißen werde, weil sie mich schon alleine fasziniert. Ein Ladekabel, welches nur durch Auflegen die Uhr lädt. Eine Versicherung, um den Zeitmesser bei Unfällen wieder in Stand setzen zu lassen und eine schwarze, sehr leichte digitale Uhr, die immer für viele Gespräche sorgt.

Was kostet eine Uhr?
Ich war einst Uhrensammler und hatte bereits eine grosse Sammlung. Die Großsammlung war ein Konvolut an Swatch Uhren. 200 Stück. Preise zwischen 80 und 1000 Mark für Sammlerobjekte hatte ich damals für die Plastikuhren gezahlt. Heute reicht ein kurzer Blick auf Ebay (Swatch) um zu wissen, das diese Anlage mehr als Schwachsinn war. Eine einzige Uhr aus dieser Sammlung habe ich noch behalten. Sie hatte damals fast 1000 Mark gekostet. Heute ein 40 Euro-Schnäppchen. Der Nutzen: Eine Tick-Tack-Uhr – Jedoch die Batterie ist seit Jahren leer. Das poppige Design der Achtziger passt nicht mehr zu mir. Modeuhren ab 20 Euro gibt es viele. Unzählige.

Markenuhren.
Andere Uhren hatten da mehr gekostet. Selbst Modeuhren (Esprit) starteten schnell bei 120 Euro und treffen gerne und schnell die 350 Euro-Marke. Eine untere Grenze, bei der sogenannte Wertanlagen wie z. B. Steinhart erst starten. Für altbekannte Marken wie z. B. Mont Blanc die auch Uhren anbieten, wird ein Startpreis von 1200 Euro schnell fällig. Beim Vorbeigehen am nächsten Juwelier finde ich nichts unter 1500 Euro im Schaufenster. Meist vertreten ist die 3500 Euro-Abteilung. Rolex, IWC, Panerai ab 6500 Euro, schnell bei 15.000 Euro. Dabei habe ich nur die Versionen in Edelstahl berücksichtigt.

All diese Uhren können: Die Uhrzeit anzeigen, das Datum darstellen, Zeit stoppen. Manchmal die Mondanzeige. That’s it. Manche mit Batterie, ab 1500 Euro auch mit sehr gutem Schweizer Automatik Uhrwerk.

Preis-Nutzen im Vergleich zu diesen Uhren
Die Apple Watch hat nüchtern gesehen hier klare Vorteile: Denn sie kann sehr viel mehr, potenziert das Handgelenk. Nachteil: Man bekommt keine traditionelle Uhrenmarke mit bewiesener Wertsteigerung. Sie muss jeden Tag aufgeladen werden. Schwitzen ok, aber das Eintauchen in Wasser ist nicht zu empfehlen.

Argument 02. Die Apple I-Watch ist nur ein Gadget. Ohne echten Nutzen!
Das höre ich von vielen Seiten. Presse, Hater und sogar Nutzer, sprechen von einem “netten” Gadget. Aber…
Als Generation C64 hatte ich grosse Ansprüche an den Zeitmesser. Nach dem Auspacken fieberte ich regelrecht dem ersten Blick auf den Screen entgegen. Ich installierte und lächelte bereits zum ersten Mal. Nun ein halbes Jahr später nutzte ich die Uhr täglich. Davor trug ich keine Uhr – nur ein FitBit Armband.

Mein Tag
Um zu erfassen wie ich die Uhr nutzte, habe ich mich an einem beispielhaften Tag selbst beobachtet und jeden Blick auf die Uhr notiert. Ich würde behaupten, dass dieser Tag ein durchschnittlicher war.

  • Vibration: Morgendlicher Alarm
  • Blick: Around Me Vibration (Wetter)
  • Blick: Erster Blick auf die Uhr
  • Interaktion: Alarm abstellen
  • Blick: Zweiter Blick auf die Uhr
  • Anruf: Konnte nicht entgegen genommen werden (Finger zu glitschig?)
  • Blick: Nachricht Slack
  • Blick: Nachricht WhatsApp
  • Blick: Nachricht Facebook Messenger
  • Blick: Swarm Hinweis
  • Blick: Nachricht Facebook Messenger
  • Interaktion: Versuch zu antworten – Messenger hängt… Antwort am Desktop
  • Blick: Uhrzeit
  • Blick: Nachricht WhatsApp
  • Blick: Uhrzeit
  • Blick: Termincheck
  • Blick: Uhrzeit
  • Blick: Terminerinnerung
  • Blick: Nachricht Slack
  • Blick: Nachricht Slack
  • Blick: Nachricht Facebook Messenger
  • Blick: Uhrzeit
  • Blick: Nachricht Slack
  • Interaktion: Swarm Check-In
  • Blick: Uhrzeit
  • Blick: Nachricht WhatsApp
  • Blick: Uhrzeit
  • Blick: Nachricht WhatsApp
  • Blick: Nachricht Facebook Messenger
  • Blick: Nachricht Facebook Messenger
  • Blick: Uhrzeit
  • Blick: Uhrzeit
  • Blick: Uhrzeit

Gesamt: 33 Aktionen an einem Tag
Für mich ist nahezu jeder Blick auf die Uhr, mit einer Information, die nicht die Uhrzeit betrifft, sehr sinnvoll. Bis dato habe ich immer das Smartphone gezückt, den Sicherheitscode eingegeben, das Programm aufgerufen und darauf geblickt (Wenn es nicht gerade im Startscreen zu sehen war). Gerade in Besprechungssituationen fallen diese “Manöver” kaum auf. Zumindest sind sie nicht so störend wie das Hantieren mit dem Smartphone. Schnell ist erfasst wie wichtig eine Information ist und entschieden, ob ich einen Talk unterbrechen muss oder ob die Information zweitrangig ist.


Argument 03. Es gibt keine sinnvollen Anwendungen für die Uhr
Hust. 51 Anwendungen habe ich derzeit auf der Uhr laufen. Letztendlich nahezu viele Grundfunktionen der Apps auf dem iPhone. Manches einfach nur smart. Zuhause liegt das iPhone mittlerweile nicht in Griffweite, im Auto habe ich es in der Armlehne, auf Besuch oder im Restaurant bleibt es in der Jacke oder im Sakko. Von den 51 Anwendungen nutze ich folgende regelmäßig:

  • Uhrzeit ablesen
  • Wecker
  • Wetter
  • Facebook Messenger
  • WhatsApp lesen
  • WhatsApp antworten (meist Spracheingabe oder Emoticon)
  • Emails lesen (Nur Favoriten)
  • Entgegennehmen von Telefonaten
  • Siri
  • Twitter Favoriten
  • Gesundheitsdienst
  • Kalender
  • Steuerung des Musikdienstes Spotify
  • Lesen von Listen in Wunderlist
  • Steuerung von Präsentationen in Keynote
  • Bürokommunikation Slack (read only)
  • Swarm (Check in)

Argument 04. Die Uhr is nicht für Otto Normal zu gebrauchen!
Nun gut. Ich werde die Uhr keinem Otto-Normalverbraucher empfehlen. Aber wenn Männer auf Uhren starren, dann schauen sie heute primär auf die Uhrzeit. Das erledigt die Apple Watch ebenfalls bestens. Nur dadurch, dass ich die Uhr zur ständigen Interaktion mit dem I-phone nutze, ist es wirklich ein inniges Zusammenspiel zwischen einfacher Information über die Uhrzeit und den medialen Anwendungen meines Smartphones. Und dies ohne ständig auf das I-phone zu starren. Für diese Anwendungen rentiert sich die Uhr für mich besonders. Jemand, der diese Anwendungen nicht nutzt, sondern sich sogar davon gestört fühlt, hat letztendlich kein Spaß an diesem Tool.

Argument 05. Du Lügst doch.
Ich mag das Produkt sehr. Es funktioniert sehr gut. Es erfüllt meine Anforderungen. Und es gefällt mir. Deswegen ist mein Fazit, das dies ein sehr gutes Produkt ist. Einzige Kritik ist der Metallverschluss am Kunststoffband, der zumindest auf meiner Haut einen Ausschlag auslöst. Durch das Auswechseln des Armbandes ist das Problem gelöst.

Ein Imagefilm. Der erste Eindruck bleibt.

Da ist das DING. Ein »Post« auf Facebook machte mich auf den neuen Imagefilm des Landkreises Heidenheim aufmerksam. Dies führte zu einem kritischen Blick auf das Ergebnis und ein Fazit mit Anregungen, die bei der Erstellung eines Imagefilmes beachtet werden sollten.

Ich war sehr gespannt und dachte sogleich »Wow, der Landkreis reagiert auf den hohen Einwohnerrückgang (u.a. nachlesbarer auf dem Demographieportal ) mit ersten Maßnahmen und zeigt unseren Landkreis von seiner stärksten Seite«.
Industrie 4.0, die Zukunft, Naturerlebnisse wie im Paradies, Kultur die es mit Metropolen aufnehmen kann. Und all das verpackt in einem hochemotionalen Schnitt der dramaturgisch zwischen Gänsehaut und Erstaunen wandelt und kreist. Final wird jungen Menschen gezeigt was »hier abgeht« und dass das »schwäbische Erfindertum« seinem weltweiten Ruf gerecht wird… Schluss mit dem Traum, hinein in die 2:26 minütige Realität:

Der Film. Eine erste subjektive Bestandsaufnahme.
Also drücke ich den Play-Button des mittig angeordneten Youtubepfeiles und hoffe.
Das »Intro« – eine Google-Weltkugelanimation. Ein oft gesehenes Template. Es endet mit der Zeichnung einer Outline um eine geographische Grenze. Zentriert wird das Logo des Landkreises mit dem Hinweis »Mitten im Süden« präsentiert. Das ganze riecht nach einfachstem Standard, ist kein überraschender Opener und wirkt nicht frisch gestaltet. Selbst in die Details, wie die Animation der Typografie und der Grenzlinie, wird keine große Energie gesteckt. Der Landkreis beginnt mit herkömmlichem Standard. Nun, es kann besser werden…

Vom »Intro« soll es das gewesen sein. Der Hauptteil des Filmes beginnt. Wir stoßen auf eine Bauchbinde auf Fußnotenhöhe, like Regional-TV, mit einem kurzen »Ein-Wort-Hinweis«. Damit versteht der Betrachter auch was oberhalb der Binde läuft. Da der Film ohne Sprecherton ist, frage ich mich nach dem Sinn. Aber Egal. Die Binde begleitet den Film bis zum Schluss.
Der Kurzfilm startet mit dem Bereich »Freizeit / Tourismus«. Man sieht einen See mit etwas was die Verkleinerungsform von »Boote« sein könnte. Im Hintergrund fährt ein Auto direkt am See entlang. Also gibt es hier keine »chillige« oder einladende Badezone, sondern eine knappe Uferböschung die just an einer Straße endet. So sieht also der Aufmacher »Freizeit« aus. Was soll damit kommuniziert werden, frage ich mich? Erste Enttäuschung macht sich breit.

Der Film selbst kommt im wohl gewollten Kacheldesign daher. Aber es ist nicht das hübsche Kacheldesign welches man von der Heidenheimer Webseite kennt, oder von der Windows 8 Oberfläche einer 2010 Generation. Es handelt sich eher um den »Memory-Gitter-Kachel-Effekt«, den man aus einfachsten Film-Templates von regionalen Fernsehsendern aus den 80igern her kennt. Die 6 Kacheln verändern sich durch Blendeneffekte. In den Rechtecken werden neue Bildmotive oder Filmsequenzen eingeblendet. In diesem Moment zwei Filme links, einer rechts und der See bleibt in den verbleibenden drei Kacheln. Unförmig aber noch ersichtlich. Mein Auge springt und sieht etwas, was es in 4,5 Sekunden nicht aufnehmen kann. Ich stoppe und schaue mir die Szene nochmals an. Es werden zwar interessante Dinge präsentiert, jedoch ich als Wahl-Heidenheimer tue mir sehr schwer diese Szenen als touristische Attraktion zu entziffern oder die Emotion dahinter zu verstehen.
Eine Figur eines Mannes, der Brenz Ursprung und eine Schmiede. Das ist wohl der Start in Königsbronn. Jetzt wieder ein See. Eine Badezone. Aber nur kurz und undeutlich. So vermutet man, dass hier eher versteckt, als gezeigt wird. Die Seen sollen wahrscheinlich freizeitliche Aktivität an einer Seenlandschaft suggerieren. Jedoch kommt hier keine Stimmung auf die sagt: »Hier möchte ich die Natur genießen, oder den Badespaß, oder das Abenteuer, oder die Menschen, …« Beim weiteren Abspielen fällt mir auch die Musik auf. »Schlimm« ist das passende Wort.

Ein Schloss wird gezeigt, die Höhle kommt. 
Der Bildausschnitt eines Schlosses. Dann die Charlottenhöhle. Eine Sensation in unserem Landkreis. Hier wird mit statischen Bildern (also Fotos) gearbeitet – Das kommt auch statisch daher. Schnitt. Autobahn, Landstraße. Züge (unverständlich – ein Museum?) und soweit ich es erkenne, die Burg Katzenstein. Alles kleinteilig im hastigen Kacheleffekt.
Dann die für mich persönlich erste schön aufgenommene Szene (immer gestört durch Gitter-Kacheln). Eine Fahrt durch das Eselsburger Tal. Leider stören mich auch dort sofort wieder die Aufteilungen in kleine Filme innerhalb der unterschiedlichen Kacheln. Das verhindert klar einen emotionalen Touch der Szenen.

Heidenheim
Bei sec. 0:55 geht’s zum Schloss Hellenstein. Mit einem »Time-Laps« Effekt. Immer wieder gern gemacht, immer wieder wird das Schaukeln der Kamera zur Qual. Opernfestspiele. Fußball. Ein Greifvogel. Das war Heidenheim.

Für Wirtschaft und Bildung knapp mehr als 30 Sekunden
Die Bilderwelt ändert sich. Ich erkenne, dass wir nicht mehr im Sektor »Tourismus« sind. Das Kapitel »Wirtschaft« wird aufgeschlagen.
Regionale Weltmarken werden in die Kacheln eingeblendet. Husqvarna? Wieder ein Kacheldurcheinander. Wieder viel Input, ohne dass man letztendlich viel wahrnimmt. Bei 2:07 kommen wir zur Bildung. Schluss ist bei Minute 2:26.
So einfach geht ein Imagefilm für einen Landkreis? Jetzt findet Jeder den Landkreis Heidenheim unwiderstehlich und würde alles dafür tun um hier zu leben, zu arbeiten und hier die großartige Bildung zu genießen? Ist das die absolute Anstrengung unseres Landkreises um Bewohner und zukünftige, potentielle Menschen für unsere Region zu motivieren?

Geht so ein guter Imagefilm?
Nein – So einfach ist das leider nicht. Aber auch mit 2:26 Minuten ist leider ein Image schnell manifestiert – auch wenn ein Imagefilm gerne länger sein dürfte – dieser Bitte nicht.
Ich sehe gewisse Aktivitäten im Landkreis und kenne auch selbst die Zusammenarbeit mit städtischen Organen. Da ist man gerne leidenschaftlich, sensibel und ist stolz über das eigene Know-How. Man steckt in Details und diskutiert über Schriftschnitte und andere Kleinigkeiten. Aber wo bleibt in diesem wichtigen Fall die Strategie, wo ist hier die Qualität im Rahmen von Kommunikationsmaßnahmen, von zielgerichteten und einzigartigen, letztendlich motivierenden Medien für die Bevölkerung?

Der erste Eindruck bleibt
Auch nach so einem kurzem Film steht für uns nahezu unveränderlich fest, wie wir etwas einschätzen, was uns als attraktiv, sympathisch, oder vertrauenswürdig erscheint und was nicht. Erst einmal im Kopf angekommen ist der erste Eindruck nur noch schwer verrückbar.
Laut Wikipedia ist ein Imagefilm ein kurzer Film, der in werbender Absicht ein Unternehmen, eine Institution, eine Marke oder ein Produkt porträtiert. Dazu gehören Alleinstellungsmerkmale, Wiedererkennungsmerkmale und eine gute Story.

Filme werden von Rezipienten nicht wie Print- oder Onlineartikel aufgenommen, denn das Tempo wird bestimmt und die Dramaturgie durch Musik und Takt geprägt. Das erfordert auch eine besondere dramaturgische Konzeption der Inhalte. Sie dürfen nicht einfach chronologisch aneinandergereiht werden, sondern müssen nach einem Spannungsbogen mit filmischen Elementen gestaltet werden. Nur so kann bei einem Zuschauer ein gewünschter Effekt erzielt werden. Natürlich muss ein Ziel zunächst konzipiert werden. Was wollen wir bei unseren Zuschauern erreichen? »Einen kurzen Eindruck hinterlassen« würde mir als Briefing nicht reichen – Denn zu viel Spielraum im Briefing geht oft nach hinten los.

Mein ehrliches Fazit
Ich habe mich zunächst gefreut, dass es einen Imagefilm des Landkreises gibt. Heutzutage mehr als ein absolutes Muss. Doch leider kann ich wenig Positives berichten. Wenn ich ehrlich bin und aus fachlicher Sicht das Ergebnis betrachte ist dieser Film schlichtweg kontraproduktiv. Warum?

01 // Inhaltliches Ziel »Vielseitig«?

In diesem Film wird viel gezeigt, aber nichts grundlegend kommuniziert. Dem jeweiligen Motiv wird keine Chance gegeben es emotional oder Zielgerichtet zu verankern. Es werden zu viele Szenen und Dinge gleichzeitig präsentiert. Somit werden Bilder bzw. Darsteller eher gestört und eine Dramaturgie durch den stetigen Wechsel und der Wiederholung der Effekte unterbunden. Wir sehen zwar scheinbare Bilderwelten die Tourismus, Freizeit, Wirtschaft und Bildung darstellen – aber suggerieren sie auch die Leidenschaft die man in diesen Welten lebt oder leben möchte?

02 // Zeitgemäß, Zukunft
Dieser Film wirkt altbacken. Es wird mit bereits verbrauchten und oft gesehenen Elementen aus dem Anfang der Video-Zeit gearbeitet. Memory Kacheln, Blenden, Schnitt und Musik. An all diesen Gestaltungselementen hat man sich längst satt gesehen und gehört.
Die Bilderwelten sind ebenfalls nicht Zeitgemäß. Auch wenn ein paar Ausnahmen wie z.B.: Drohnenaufnahmen zu finden sind, so wirken die meisten Szenen neutral und steril.

03 // Qualität
Der Film wirkt lieblos, da nicht nur im Detail keine Energie aufgebracht wird sondern selbst in den wichtigen Momenten der szenographischen Darstellung keine detaillierte Bildkomposition stattfindet.
Erst durch ausgereifte Filmszenen die mehrfach im richtigen Licht der perfekten Stimmung und mit den idealen Motiven abgedreht werden, zeigen sich unterschiede in den Ergebnissen. Motive »Mitzunehmen« im »Quick and Dirty« Modus führt auch oft zu »Dirty Stuff«.
Aber auch die Bildqualität schwankt enorm. Man sieht, dass scheinbar mit unterschiedlichen Kameras aufgenommen wurde. Das hinzunehmen von Bildern aus unterschiedlichen Quellen macht das Fass voll. Es gibt dabei kein Gestaltungskonzept, das aus diesem Problem eine Kür macht.

04 // Spannung
Der Film hat keinerlei Spannung. Schon der Auftakt ist das Ende.
Es werden Einzelbilder und Szenen einfach aneinandergereiht. Mit einer musikalischen Untermalung die zwar sicherlich günstig eingekauft wurde, aber dahinplätschert und monoton bleibt. Ein Spannungsbogen ist nicht erkennbar. Der Schluss bietet auch kein Highlight und bringt auch keinen letzten Höhepunkt, einen Paukenschlag oder einen überraschenden Moment.

05 //Einzigartig.
Im Gegensatz zu unserem Landkreis ist der Film ist austauschbar. Die Bilder könnten auch für einen benachbarten Landkreis gelten. Wenige Bildmotive sind dabei einzigartig und selbst denen wird weder die Zeit gegeben noch in der Art der Aufnahme Besonderheiten provoziert. So können auch diese Aufnahmen nicht in ihrer Einzigartigkeit wirken. Das Logo in der Bauchbinde reicht final nicht um Einzigartigkeiten zu hinterlassen.

Mein Landkreis
Gerne hätte ich auch eine »Pro Liste« geführt. Aber ich bin gewollt laut zu schreien: »Dies repräsentiert nicht meinen Landkreis. Mein Landkreis kann mehr!«
Ich schüttel mit dem Kopf, verfasse diesen »Post« und weis insgeheim, dass ich damit jemanden auf die Füße steigen werde. Deswegen möchte ich extra betonen, dass ich nicht nur schimpfe da wir selbst Filme in unserer Agentur machen, sondern weil ich es sehr schade für den Landkreis finde, dass dieser sein Potential nicht ausschöpft. Mein Empfinden ist, dass hier ohne richtige Strategie und ohne großen Qualitätsanspruch gearbeitet wurde.
Gerne stehe ich beim nächsten Wurf mit Rat und Tat zur Seite!

Grundlagen der Markenführung: 10 Punkte Markenkonsistenz!

Weiter ist es natürlich wichtig überhaupt zu sprechen. Welche Policy ist dabei zu beachten? Was sind die DONT`S und was die DO`S Ihres Unternehmens?

10. Planung ist die halbe Miete
Gehen wir davon aus, das Sie nun fleißig alle Aufgaben gelöst haben. Dann heißt es nun die indiviudelle Kommunikation planen. Dritte in einplanen, Redaktions- und Publikations- Medien- Eventpläne erstellen, Aufgaben verteilen und Markenkonsistenz überpfüfen. Vóla.

Social Media für Marken? – 5 erste und einfache Möglichkeiten um Leads auf Google+ zu generieren…

Das Google+ angesichts der Suchmaschinenrelevanz eine wichtige Plattform ist, muss ich nicht weiter ausführen. Das Marken und Unternehmen in ausgewählten Medien-Kanälen vertreten sein sollten, steht auch auf einem anderen Blatt Papier.

Bevor man jedoch blindlings beginnt Google+ zu nutzen, sollten Unternehmen und Marken eine Strategie für diese Plattform aufsetzen um diese im vollem Umfang zu nutzen und um somit mehr Leads zu generieren und um nicht enttäuscht zu werden. Denken Sie zunächst über die Inhaltliche Strategie und die Art der Inhalte nach, die Sie (Videos, Whitepapers, Infografiken, eBooks, etc.) erstellen möchten. Des weiteren sollten Sie einen klaren Publikations- und Montitoring Plan vor Augen haben. Sobald dieser Plan vorhanden ist, steht Ihrem Weg für mehr Leads schon fast nichts mehr im Wege.

Um doch ein wenig zielstrebiger an die Aufgabe zu gehen, habe ich Ihnen in diesem Artikel fünf Möglichkeiten aufskizziert, um mehr Leads auf Google+ zu generieren.

1. Eine geliebte „Ressource“ werden.

Marken wollen geliebt werden. Wenn Sie eine Unternehmens Seite auf Google+ erstellt haben um ausschließlich Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung zu präsentieren und zu vermarkten, sollten Sie Ihre Google+ Strategie sehr schnell überdenken.
Mein Tip: Bauen Sie Vertrauen für Ihre Kunden auf. Lernen Sie die Bedürfnisse oder Probleme Ihrer Zielgruppen kennen und entwickeln Sie Inhalte die Ihren Kunden eine Hilfe ist. Infografiken, Whitepapers, Videos, Webinare sind großartige Möglichkeiten die Themen und Inhalte perfekt transportieren und bei Ihrem Publikum Aufmerksamkeit findet. Finden Sie heraus welche art von Inhalten Ihre Interessenten am meisten anspricht und steigern Sie die Publikations-Schlagzahl von diesem Content.
Letztendlich sollte Ihr Ziel sein, sich auf Google+ als Ressource, bzw. Informationsquelle zu positionieren die Ihre potentiellen Leads lieben werden.

2. Nutzen Sie Google+ Circles

Marken oder Unternehmen haben oft inhomogene Zielgruppen. Das Google+ Circles feature erlaubt Ihnen deswegen, Ihre Follower in spezifischen Gruppen aufzuteilen und diese mit unterschiedlichen Medien nach deren Bedürfnisse zu beliefern. Diese Möglichkeit führt zu zielgerichteter Kommunikation mit unterschiedlichsten Zielgruppen. Diese Möglichekeit sollte man von Anfang an verwenden um später nicht in einen Sortier-Wahnsinn zu geraten.
Wenn Ihr Unternehmen zum Beispiel eine Vielzahl von Dienstleistungen anbietet, kann die Segmentierung Ihrer Zielgruppen sehr wichtig sein, da diese Zielgruppen unterschiedlichste Bedürfnisse oder Interessen haben könnten. Penetriert man Zielgruppen mit einem falschen Interessensgebiet ist man sie schnell wieder los.

3. Videos und Hochauflösende Bilder

Marken werden vor allem durch Bewegtbilder zum Leben erweckt. Nur wenige werden bestreiten, dass Videos die am meisten einnehmenden Medien über alle sozialen Plattformen hinweg sind. Google+ erhöht Ihre Video Reichweite zusätzlich, indem Sie Ihren YouTube-Kanal mit Ihrer Google+ Seite verknüpfen und kommunizieren. Das schafft Mehrwert für potentielle Konsumenten und Funktionalität für Ihr Medien-Management.

Sie sind in der Lage über Youtube Videos zu posten und auf Kommentare über Ihre Unternehmensseite Google+ Seite zu reagieren. Über das Google „Analytics“ Cocpit können Sie beides beobachten und auswerten.

Google+ eignet sich sehr gut für das Posting von Bildern mit hoher Auflösung. Tatsächlich erlaubt Google+ es Ihnen, Bilder mit einer maximalen Größe von 2120 x 1192 zu publizieren. Darüber hinaus sollten Sie bei der Publizierung von Videos oder Bilder darauf achten, diese mit einem Link zu Ihrer Website oder Produktzielseite zu kombinieren. Dies wird dazu beitragen, dass Besucher auch Ihre Website und somit ein Bewusstsein für Ihr Produkt oder Service bekommen.

4. Verwenden Sie Hashtags

Markenwerte und Themen können mit Hashtags stringent publiziert werden. Somit kann Google+, ähnlich wie auf Twitter, Inhalte mit entsprechenden Hashtags markieren. Gerade in Anbetracht auf Aktualität und Themendiskussionen können Hashtags zu deutlich mehr Aufmerksamkeit führen. Ganz Profan: Durch Hashtags können Themen besser gefunden werden.  Fügen Sie jedem Post entsprechende Hashtags hinzu und Sie werden die Sichtbarkeit ihrer Seite erhöhen und neue Leads generieren.

5. Unterstützen Sie andere Autoren

Marken brauchen viele Unterstützer. Zitieren Sie deswegen auch andere Autoren in Ihren eigenen Beiträgen und achten Sie auf eine klare Darstellung der Zitate und der Urheberschaft. Verlinken Sie Ihre Beiträge mit den Autoren und bauen Sie eine mediale Beziehung auf. Das kann Ihnen zusätzliche Interessenten bescheren. Weiter können Freunde dieser Autoren somit auf Ihr Unternehmen aufmerksam werden und Ihnen einen positiven Mehrwert geben, indem diese Ihren Artikel weiterer reichen.
Fühlen Sie sich also frei, auch diesen Artikel zu teilen und zu zitieren 😉